Auf den letzten Metern der Intendanz versucht ein Team rund um das Schauspiel Dortmund und die Akademie für Theater und Digitalität etwas Neues: ein rein digitales Theatererlebnis im Virtuellen Raum und gleichzeitig eine Einladung zu einem neuen, noch im Entstehen begriffenen Projekt. Das House – Reinventing the Real ist ein Debattenbeitrag um die Frage, ob und wie digitale Räume von Theatern bespielt werden können, wie Publikum und Dialog im digitalen Raum funktionieren und wie theatrales Erzählen in rein virtuellen Landschaften möglich wäre.

Das Team rund um „Das HOUSE“ lädt interessiertes Publikum ein zu einer ersten, exklusiven Führung durch die entstehenden Virtuellen Welten, ein Blick hinter und in die Kulissen eines angehenden, außergewöhnlichen Webformats.

Der Abend: Wir landen im Dortmunder Zentrum, rund um das Theater Dortmund. Seit zwei Jahren hält ein Shutdown an, das öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen. Verlassene Cafés, obskure Avatare, die um Häuserecken schleichen und vielleicht eine Geschichte erzählen, wenn man sich ihnen vorsichtig nähert. Nur im Schauspielhaus scheint etwas zu geschehen. Livemusik, eine Art Eröffnungsfeier, jede Menge kruder Gestalten – und dann dieses Gerücht, dass da jemand seit Jahren eine exakte Kopie des Notre Dame auf der Bühne nachbaut. Was geht in dieser digitalen Zwischenwelt vor sich? Was ist hier schon echt, was ist hier noch virtuell? Man munkelt, all das hätte mit einem Haus zu tun, das verschwunden sei und dessen Bewohner nun unauffindbar seien. Ist es an der Zeit, das Geheimnis zu lüften?

Das HOUSE ist eine Einladung in eine so atmosphärische wie rätselhafte Zwischenwelt, die aus neuen sowie bereits bestehenden 3D-Scans besteht. Auch 3D-gescannte Avatare von Ensemblemitgliedern werden dieses virtuelle Theater bevölkern. Am 22. Mai beginnt das Projekt mit einem begehbaren Teaser und öffentlichen Testlauf, ab Juni soll das Projekt fortgeführt werden. Der Kern des Projekts ist dabei immer die Fragestellung: Wie geht Gemeinschaft online? Wie funktioniert digitale Kopräsenz? Was verschwindet dabei? Die Aura, die Präsenz, die lineare Geschichte? Was entsteht stattdessen neu? Die Möglichkeiten der Forschung, die sonst unmöglichen räumlichen Kombinationen, die Abschaffung des Todes, ein Theater jenseits der Naturgesetze – und jenseits dieser ewigen und elenden Kausalität?

Das House –Re-Inventing the Real
ein Projekt von Roman Senkl, Nils Corte und Max Schweder

Regie: Roman Senkl
Bühne: Elizaweta Veprinskaja
Musik & Geräusch: TD Finck von Finckenstein
Kostüme: Friederike Wörner
World Building & Sound programming : Max Schweder
Programming & Avatar-Modelling : Nils Corte
Digital Artist: Gloria Schulz
3-D Design: Elisabeth Drache
Dramaturgie: Matthias Seier
Regieassistenz: Péter Sanyó

Von und mit: Björn Gabriel, Christian Freund, Max Ranft, Anke Zillich, Frank Genser, Uwe Schmieder