Kenneth Lambert ist ein in Südafrika geborener Künstler, der in Australien lebt. Er arbeitet vorwiegend mit experimentellen Medien und bringt seinen Hintergrund in Museumsdesign, Filmproduktion und Technologie in eine Praxis ein, die konzeptionell orientiert und materialbewusst ist. In Installationen, Klangarbeiten, erweiterten Zeichnungen, Gemälden und digitalen Systemen arbeitet er mit zerfallenen Materialien und computergestützten Prozessen, um zu erforschen, wie Erfahrungen an der Schnittstelle von Technologie und Geisteswissenschaften entstehen. Seine Projekte untersuchen Vertreibung, Autonomie, Verkörperung und die sich wandelnden Bedingungen, die das zeitgenössische Leben prägen, und fangen dabei oft den Zeitgeist durch eine unverwechselbare visuelle und akustische Sprache ein.
Lambert fühlt sich zu Systemen hingezogen, die über den Rahmen hinausgehen. Seine Installationen erstrecken sich nach außen, versuchen, der Szene zu entfliehen und das Publikum in immersive Umgebungen zu versetzen, in denen die Wahrnehmung sowohl zum Subjekt als auch zur Methode wird. Dieser Ansatz steht im Mittelpunkt von Werken wie Stasis, das in Zusammenarbeit mit STARTTS, UNHCR und Amnesty International entwickelt wurde und Daten und Zeugenaussagen in ein gemeinsames Porträt von Vertreibung übersetzt. Without a Trace, ein Auftragswerk für die Edge X Biennale in Sydney, das später im Victoria and Albert Museum in London präsentiert wurde, erweiterte sein Interesse an Gestik und Auslöschung durch eine performative Zeichenumgebung, die die Spannung zwischen menschlicher Präsenz und mechanischer Präzision offenlegte.
Sein aktuelles Projekt „Maximum Limit“ schafft eine atmosphärische Wetterökologie aus Licht, Ton und Dampf, die sich um das Publikum herum sammelt und wieder auflöst. Das Werk fragt, wie sich Handlungsfähigkeit anfühlt, wenn durch die eigene Präsenz ein Sturm entsteht, der menschliche Bewegungen in atmosphärisches Verhalten einbindet. Dieses sich wandelnde Feld wird zu einer Studie über Aufmerksamkeit im Anthropozän, in dem Klima und Wahrnehmung miteinander verflochten sind. Das während des Aufenthalts in Dortmund entwickelte Projekt erweitert Lamberts Auseinandersetzung mit Datenpoetik und verkörperter Instabilität.
Präsentiert wird die Arbeit im Rahmen des weltweit bedeutendsten Medienkunstfestivals Ars Electronica in Linz, in Zusammenarbeit mit Experimenta und der Akademie für Theater und Digitalität.